Al-Qur`an

Monday, May 28, 2012


Schutzimpfungen

Ein Ratgeber für Jugendliche und Erwachsene
Wissen Sie, dass…
  •  Röteln und Windpocken während der Schwangerschaft zur Schädigung der Frucht führen können?
  •         An Masern jährlich immer noch bis zu 10.000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene in Deutschland erkranken?
  •         Hepatitis B schon bei Kontakt mit der Schleimhaut übertragen werden kann?
  •  Windpocken bei Schwangeren Lungenentzündungen verursachen können, die in bis zu 40% der Falle tödlich verlaufen?

Diese Beispiele zeigen, wie gefährlich Infektionskrankheiten sind. Einige dieser Krankheiten werden immer wieder als typische ``Kinderkrankheiten`` bezeichnet. Aber leider machen deren Erreger auch vor Jugendlichen und Erwachsenen nicht Halt. Auch so genannte Reisekrankheiten kennen keine Grenzen. Da, wo lückenhafter Impfschutz besteht, verbreiten sich die Erreger ohne Wenn und Aber. Darum ist es so wichtig, dass wir uns vor diesen Infektionskrankheiten schützen. Jeder Ungeschützte kann sich anstecken und erkranken, kann aber auch nur Träger des Erregers sein und ihn- ohne eigene Krankheitsanzeichen- auf andere Menschen übertragen.

Infektionskrankheiten werden hervorgerufen durch Erreger wie Bakterien, Viren, Pilze oder Parasiten, die sich auf unterschiedlichem Wege verbreiten- etwa beim Sprechen, Husten, Niesen (Tröpfcheninfektion), durch infektiöse Lebensmittel, durch verunreinigte/ infizierte Gegenstände (Schmierinfektionen) oder durch direkten Kontakt über die Schleimhaut.

Gegen die meisten Infektionskrankheiten gibt es bis heute keine wirksame medizinische Behandlung. Jedoch zu den sichersten Vorbeugemaßnahmen gehören Impfungen. Lebenslanger Schutz ist möglich: mit einer erfolgreichen Grundimmunisierung und den regelmäßigen Auffrischimpfungen.

Am besten bringen Sie den Impfpass mit und lassen in Ihrer Arztpraxis prüfen, ob Ihr Impfschutz gesichert ist.

Das Wichtigste ist zunächst einmal, Ihre eigene Gesundheit zu schützen. Dadurch, dass Sie nicht erkranken können, schützen Sie auch Ihre Freunde und Familienangehörigen und Menschen, mit denen Sie beruflich zu tun haben, die Ihnen in der Bahn gegenübersitzen…

Nutzen Sie diese Broschüre, um das Wichtigste zu Ihrem Impfschutz vor vermeidbaren Infektionskrankheiten zu erfahren. Die Übersicht zeigt auf einen Blick, wo kompletter Impfschutz besonders wichtig ist.

Verwendete Fachbegriffe

Antigene
Substanzen, die vom Körper als fremd erkannt werden, wie Bestandteile von Krankheitserregern (z.B. Strukturen einer Bakterienkapsel). Sie lösen eine Reaktion des Immunsystems aus z.B. Antikörperbildung.
Antikörper
Wesentliche Bestandteile des Immunsystems. Antikörper sind Eiweißverbindungen, die beim Kontakt mit einem Antigen (z.B. Krankheitserreger) gebildet werden und dieses unschädlich machen. Eine Impfung (Impf-Antigen)täuscht den Kontakt mit dem echten Erreger vor und führt dadurch zur Bildung spezifischer Antikörper zum Schutz vor einem Ausbruch der Erkrankung.
Auffrischimpfung
Die durch eine Erstimpfung (Grundimmunisierung) aufgebaute Immunität hält nicht immer lebenslang, sondern lässt im Lauf der Jahre nach. Das gilt besonders für die Impfung mit Totimpfstoffen. Um den sicheren Schutz wiederherzustellen, das immunologische Gedächtnis ``aufzufrischen``, ist eine Auffrischimpfung gegen die betreffende Krankheit erforderlich.
Chronisch
Langwierig, lang andauernd
Durchimpfungsrate
Prozentzahl der geimpften Personen innerhalb der Bevölkerung eines Landes. Je höher die Durchimpfungsrate ist, desto weniger Chancen hat der betreffende Krankheitserreger sich zu verbreiten. Ab einer bestimmten Schwelle (z.B. 95% Durchimpfungsrate bei Masern) lässt sich die Krankheit auf lange Sicht ausrotten.
Grundimmunisierung
Erste, grundlegende Impfung für einen lang anhaltenden Schutz gegen eine Infektionskrankheit. In den meisten Fällen sind dazu zwei oder mehr Impfungen erforderlich. Bei manchen Krankheiten ist später außerdem eine Auffrischimpfung notwendig, um eine Nachlassen der Immunität zu verhindern.
Immunität
Unempfindlichkeit eines Organismus gegenüber einer Infektion mit Krankheitskeimen bzw. Schutz vor der Wirkung von Stoffwechselprodukten dieser Krankheitskeime. Immunität wird beim Durchmachen der Krankheit oder durch Impfen erzeugt. Die Immunität bleibt meistens über Jahre bestehen, in bestimmten Fällen auch lebenslang.
Immunsystem
Dient vornehmlich der Abwehr von Krankheitserregern oder Fremdstoffen die von außen in den menschlichern Organismus eindringen. Das Immunsystem bewirkt die Immunität.#
Infektiosität
Höhe der Gefahr, sich bei Kontakt mit dem Krankheitserreger anzustecken.
Inkubationszeit
Zeitraum von der Ansteckung bis zum Ausbruch einer Krankheit.
Keimträger
Personen, die aufgrund einer vorausgegangenen klinischen Erkrankung oder vor dem Auftreten typischer Krankheitssymptome Krankheitserreger ausscheiden. Auch gesunde Menschen können Träger von Infektionserregern sein (z.B. Staphylokokken /Streptokokken).
Lebendimpfstoff
Enthält abgeschwächte, vermehrungsfähige Erreger, die aber nicht die Erkrankung hervorrufen. Zum Aufbau einer ausreichenden Immunität ist in der Regel nur eine Impfung notwendig.
Konjugatimpfstoff
Das Impfantigen wird an ein Eiweiß gebunden, damit wird ein verbessertes Ansprechen der Impfung besonders bei Kindern unter 2 Jahren erreicht.
Nestschutz
Das Neugeborene hat über die Nabelschnur mütterliche Antikörper gegen Infektionskrankheiten erhalten, gegen die die Mutter geschützt ist.
Pollysaccharidimpfstoff
Das Impfantigen ist ein komplexes Zuckermolekül.
Robert Koch- Institut (RKI)
Einrichtung des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung (BMGS) auf dem Gebiet  der öffentlichen Gesundheitsvorsorge.  Das RKI hat seinen Sitz in Berlin. Es erhebt gesundheitsbezogene Daten, empfiehlt medizinische Maßnahmen und erstellt Qualitätsrichtlinien für Gentechnologie und Umweltmedizin. Die Ständige Impfkommission (STIKO) des RKI ist zuständig für die Empfehlung von Schutzimpfungen (mehr unter www.rki.de)
Schmierinfektion
Übertragung von Krankheitserregern durch Kontakt mit infizierten Gegenständen oder Handgeben.
STIKO
Abkürzung für ``Ständige Impfkommission``. Die STIKO ist eine Einrichtung des Robert Koch-Instituts, die sich speziell mit Schutzimpfungen befasst. Sie setzt sich zusammen aus Experten verschiedener Fachgebiete, Gesundheitsämtern und Krankenkassen. Ihre wichtigste Aufgabe besteht darin, den Bedarf an Schutzimpfungen in Deutschland regelmäßig zu prüfen und entsprechende Empfehlungen herauszugeben (mehr unter www.rki.de).
Totimpfstoff
Im Gegensatz zu Lebendimpfstoffen enthalten Totimpfstoffe vollständig inaktivierte/ abgetötete Krankheitskeime (Antigene) oder nur Bestandteile, die das Immunsystem zur Bildung von Antikörpern anregt. Zum Aufbau einer ausreichenden Immunität sind zwei bis vier Impfungen notwendig (Grundimmunisierung).
Tröpfcheninfektion
Übertragung von Krankheitserregern durch die Atemwegsluft beim Sprechen, Niesen, Husten in Form Speicheltröpfchen.
Virusträger
Siehe Keimträger
Was die Ständige Impfkommission empfiehlt:
 In Ihren Impfplan für Säuglinge, Kinder, Jugendliche und Erwachsene empfiehlt die STIKO grundsätzlich, versäumte Impfungen (Grundimmunisierung/ Auffrischimpfungen) bis zum vollendeten 18. Lebensjahr nachzuholen. Darüber hinaus sollte der erforderliche Impfschutz in späteren Lebensjahren regelmäßig aufgefrischt werden.

Quelle: Broschure GlaxoSmithKline GmbH& Co.KG
            Theresienhöhe 11. 80339 München

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