Al-Qur`an

Saturday, January 05, 2013

Indonesien

Merkel besucht das „bessere China“

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist in Indonesien eingetroffen. Erstmals in ihrer Amtszeit besucht sie das Boomland. Das Land bietet gegenüber dem Investitionsziel China Vorteile, hat aber auch gravierenden Probleme. 

Jakarta Nouriel Roubini ist nicht bekannt für flammenden Optimismus. Doch der notorische „Dr. Doom“ und Wirtschaftskrisen-Prophet wird fast überschwänglich, wenn er über Indonesien spricht. Er lobt die Tatsache, dass das größte südostasiatische Land fast zwei Drittel seines Bruttoinlandprodukts im Heimatmarkt  generiert – im Gegensatz zum zelebrierten „Boomland“ China mit nur einem Drittel. Indonesien habe eine niedrige Inflationsrate, niedrige Schulden und eine junge, kauffreudige Bevölkerung.

In der Finanzkrise 1997-1998 habe das Land seine Lektion gelernt, als das BIP in einem Jahr um 13 Prozent schrumpfte, die Währung zusammenbrach und Kapital abfloss. Heute verfüge Indonesien über „massive Reserven“ und befinde sich in einem gesunden Zustand, so der Ökonom. Ein Wachstum von jährlich 6 Prozent ist inzwischen fast zur Selbstverständlichkeit geworden. „Indonesien kann sehr wichtig sein für die Weltwirtschaft. Bis zum Ende des Jahrzehnts wird es die zehntgrößte Volkswirtschaft sein, bis 2030 könnte es die sechstgrößte sein“, so Roubini.

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist mit einer großen Wirtschaftsdelegation auf dem Weg nach Indonesien, um das Wachstumswunderland aus der Nähe zu erforschen. Allerdings sind Roubinis Aussagen ein paar Monate alt - und es ist fraglich, ob sich der Starökonom heute noch genauso enthusiastisch äußern würde. 

Denn die wirtschaftlichen Reformen der letzten Jahre haben tatsächlich dazu geführt, dass Indonesien in diesem Jahr im A.T. Kearney FDI -Vertrauensindex auf Platz 9 der beliebtesten Investmentziele aufgestiegen ist – von Platz 21 im Jahr 2007. Unter ausländischen Wirtschaftsleuten sorgen jedoch neue Handels- und Marktschranken und der wachsende Einfluss von Islamisten für wachsenden Unmut. 

Experten bestätigen die vorerst noch meist im Stillen geäußerten Bedenken über die jüngsten Entwicklungen in der größten muslimischen Nation der Welt. Indonesien werde zunehmend „rückgängig und nach innen gerichtet“, stellt Peter Drysdale fest, Wirtschaftsprofessor an der australischen Nationaluniversität in Canberra und führender Indonesien-Kenner. Ein westlicher Diplomat in Jakarta warnte jüngst offen vor einem „erkennbaren Anstieg der regulatorischen Bestimmungen und des wirtschaftlichen Nationalismus“.

Quelle: Handelsblatt

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